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Regionalentwicklung benachteiligter Räume in Mecklenburg-Vorpommern findet am IsRU eine umfangreiche
Regionalforschung auf mehreren Ebenen statt. Dabei werden
unter Beachtung verschiedener Maßstäbe und inhaltlicher
Orientierungen die Kernfragen der Entwicklung im
Nordosten Deutschlands insbesondere mit Blick auf die
Restriktionen der Entwicklung behandelt. Die unterschiedlichen Überlagerungen und Rückkopplungen zwischen den Elementen dieser Systeme zwingen zuweilen zu einer differenzierteren Sichtweise, als bislang üblich. Das gilt um so mehr, wenn sich die Entwicklung bestimmter Subsysteme durch eine dem allgemeinen Trend eher entgegengesetzte Richtung auszeichnet, wenn Teilstrukturen mit einer gewissen Persistenz Brüche in der Entwicklung fast schadlos überstehen und sich zugleich an anderer Stelle positive oder negative Bewegungen scheinbar ohne Ursache bzw. ohne vordergründig erkennbaren Anlaß nur mit Eigendynamik erklären lassen. Besonders problematisch ist jedoch der Umgang mit einer allgemeinen Rückständigkeit in der sozial-ökonomischen Entwicklung, insbesondere wenn sie regional ausgeprägt ist und sich nicht mit den Maßen der offiziellen Statistik, den Parametern der klassischen Instrumentarien der Raumordnung und Landesplanung oder der Logik der etablierten Politik greifen läßt. Die Defizite in der Regionalentwicklung im Osten Mecklenburgs und in Vorpommern sind im Bewußtsein genau dieser Erkenntnis sowie unter Beachtung dieser Perspektive zu bewerten. Analysen der Bevölkerung, der Erwerbstätigkeit, des Steuer- und der Kaufkraft etc. sind zwar eine notwendige Grundlagen für die üblichen Erklärungen, die spezifischen Probleme im Osten unseres Landes zeigen aber mit einer seltenen Klarheit, daß das nicht ausreicht. In der
traditionellen Regionalpolitik dominieren bisher
mechanische Ansätze mit Ableitungen aus exakt meßbaren
Strukturelementen auf der Basis einer streng
naturwissenschaftlichen Logik. Diese Arbeitsweise ist
außerordentlich erfolgreich bei klarer Gliederung der
Hierarchie in der Region, bei einem relativ stabilen
funktionalen Gefüge sowie bei einer ausreichenden
räumlichen Dichte. Diese Bedingungen sind im Land
Mecklenburg-Vorpommern aber nur selten erfüllt, so daß
eine Strukturanalyse zum Aufzeigen von
Entwicklungschancen und -risiken sowie zur Bewertung der
Entwicklungspotentiale auch andere Wege gehen muß. Weil
es an dieser Stelle aber auch ein erhebliches
Theoriedefizit gibt, teilen wir die Auffassung der
Landesregierung, daß es einer Definition sowie der
Untersuchung weiterer Determinanten der regionalen
Wettbewerbsfähigkeit bedarf. Zurück zum Anfang |